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Lern-Referenz · Erdkabelbau

Kelsterbach – 420-kV-GIL-Trasse Frankfurt

Thermisch stabilisierender RSS-Flüssigboden als Bettung einer 420-kV-Höchstspannungstrasse – mit Langzeitbeobachtung

Eckdaten

Das Projekt auf einen Blick

Anlagenhersteller / Kabelsystem
Siemens
Fachplanung Flüssigboden
Flüssigboden Engineering GmbH (ehem. LOGIC Logistic Engineering)
Qualitätssicherung / Labor
Forschungsinstitut für Flüssigboden GmbH (FiFB)
Baustoff
Thermisch stabilisierender RSS-Flüssigboden aus dem anstehenden Boden
Wärmeleitfähigkeit – typischer Bereich
λ ≈ 1,2–2,0 W/mK (typische Werte laut Summary)
Laborprüfungen
Sieblinie, Konsistenz, Druckfestigkeit und thermische Untersuchungen
Bodenwiederverwendung
Örtlicher Aushubboden als Ausgangsmaterial
Ort
Kelsterbach / Frankfurt am Main
Spannungsebene
420 kV

Für die Netzverstärkung im Rhein-Main-Gebiet war zwischen der Siemens-Schaltanlage und dem Umspannwerk Kelsterbach eine 420-kV-Höchstspannungsverbindung als erdverlegte GIL-Trasse herzustellen.

Höchstspannungskabel erzeugen im Betrieb erhebliche Verlustwärme – das Bettungsmaterial muss diese Wärme dauerhaft und planbar abführen. Klassische Sandbettungen sind dabei stark von Verdichtungsgrad und Feuchtegehalt abhängig, können austrocknen, sich umlagern und Ringspalte am Rohr bilden, die thermisch wie eine Isolationsschicht wirken.

Gleichzeitig sollte der anfallende Bodenaushub nach den Vorgaben des Kreislaufwirtschaftsgesetzes und des BBodSchG direkt vor Ort wiederverwendet werden, statt ihn auszutauschen und zu entsorgen.

Problemstellung

Die Kernprobleme

1

Verlustwärme sicher abführen

Problem

Hochspannungskabel erzeugen im Betrieb erhebliche Verlustwärme. Das Bettungsmaterial muss diese Wärme dauerhaft und planbar abführen.

Lösungsansatz

Thermisch stabilisierender Flüssigboden und vollständiger Rohrkontakt.

2

Sandbettung trocknet aus

Problem

Die Wärmeleitfähigkeit von Sand hängt stark von Verdichtungsgrad und Feuchtegehalt ab und kann bei Austrocknung erheblich abnehmen.

Lösungsansatz

Homogene Materialstruktur ohne lokale Verdichtungsunterschiede, keine Austrocknung im eingebauten Zustand.

3

Ringspalte am Rohr

Problem

Bei Sandbettungen und hydraulisch gebundenen Materialien können Ringspalte zwischen Rohr und Bettung entstehen. Sie wirken thermisch wie eine Isolationsschicht.

Lösungsansatz

Fließfähiger Einbau mit vollständigem Rohrumschluss und ohne Ringspalte.

4

Setzungen und Hohlräume im Graben

Problem

Sandbettungen können langfristig nachsacken, umlagern und Hohlräume bilden. Diese Effekte verschlechtern langfristig die Wärmeableitung der Kabelsysteme.

Lösungsansatz

Bodenähnliches, restelastisches Gefüge mit gezielt eingestellten mechanischen Parametern.

5

Kabelschutzrohre sicher lagern

Problem

Die Kabelschutzrohre benötigen eine sichere mechanische Lagerung. Mechanische Punktbelastungen sowie Setzungen und Umlagerungen im Kabelgraben sollen vermieden werden.

Lösungsansatz

Homogene Einbettung ohne mechanische Verdichtung und mit gleichmäßiger Lastverteilung.

6

Aushub verwerten statt entsorgen

Problem

Der anfallende Bodenaushub sollte auf der Baustelle wiederverwendet werden – unter Einhaltung von BBodSchG und Kreislaufwirtschaftsgesetz, statt ihn auszutauschen und zu deponieren.

Lösungsansatz

Aufbereitung und rezepturtechnische Einstellung des örtlichen Aushubbodens zur Wiederverwendung.

Bildstrecke

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Inhalt der vollständigen Referenz

9 Abschnitte
  1. Projektübersicht und Beteiligte 420-kV-Verbindung zwischen Schaltanlage und Umspannwerk Kelsterbach – Netzverstärkung im Rhein-Main-Gebiet mit thermisch stabilisierender Flüssigboden-Bettung.
  2. Baugrund, Ausgangsmaterial und Rezeptur Sandige bis schluffige Böden mit kiesigen Anteilen als Ausgangsmaterial – aufbereitet, rezepturtechnisch eingestellt und als zeitweise fließfähiger Baustoff eingebaut.
  3. Bauweise und Einbauverfahren Fließfähiger Einbau in die Kabelgräben: vollständiger 360°-Rohrumschluss ohne Ringspalte, ohne mechanische Verdichtung, mit gleichmäßiger Lastverteilung.
  4. Qualitätssicherung und Fremdüberwachung Überwachung der Herstellung, Probennahme und Laborprüfungen an Prüfkörpern aus dem eingebauten Material – Sieblinie, Konsistenz, Druckfestigkeit, Thermik.
  5. Mechanische Eigenschaften und geotechnische Bewertung Laboruntersuchungen zu Druckfestigkeit, Verformungsmodul und Stauchungsverhalten sowie die geotechnischen Funktionen der Rohrbettung.
  6. Thermische Leistungsfähigkeit Wärmeleitfähigkeit, Rohrkontakt, Homogenität und Feuchteverhältnisse als Faktoren der Wärmeableitung.
  7. Langzeitverhalten im eingebauten Zustand Bedeutung von Rohrkontakt, Feuchteverhältnissen und Strukturstabilität für das langfristige Verhalten des Bettungsmaterials.
  8. Vergleich mit Sandbettung, Umwelt- und Wirtschaftlichkeitsbewertung Vergleich der Bettungseigenschaften sowie Wiederverwendung des Aushubbodens, Transportaufwand und Baustellenlogistik.
  9. Fotodokumentation Baustellen- und Langzeitdokumentation der 420-kV-Trasse: Rohrmontage, Mischplatz, Verfüllung, Anschluss an die Übergabestation und Aufgrabungen zur Untersuchung.