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Lern-Referenz · Gashochdruckleitungen

Kirchhausen – bewehrter Flüssigbodenblock für eine Armaturengruppe

Tragfähige Einbettung an einer Gasleitung, später wieder freilegbar

Eckdaten

Das Projekt auf einen Blick

Ort
Kirchhausen bei Heilbronn
Aufgabe
Einbettung einer Armaturengruppe
Leitung
DN 400
Gründung
Betonverfüllte Schachtringsäulen auf Platte
Unterbau
Rund 4,0 m hoch
Verfüllkörper
Rund 5,5 m hoch
Verkehrslast
SLW 60 / 33 kN/m² angesetzt
Besonderheit
Geotextilbewehrt und später einseitig freilegbar

Bei Kirchhausen war eine Schieber- und Armaturengruppe einer Gashochdruckleitung in einer bestehenden Baugrube einzubetten. Die Gründung stand auf übereinander gesetzten, betonverfüllten Schachtringen. Diese Säulen mussten während der Verfüllung und im späteren Betrieb in Lage bleiben.

Der bindige Untergrund hatte geringe Scherfestigkeit und Steifigkeit. Die Böschungskante ließ ein Befahren der Grube nicht zu. Über der fertigen Verfüllung war Baustraßenverkehr anzusetzen, während unmittelbar an der Leitung dynamische Einwirkungen durch Verdichtungsarbeiten zu vermeiden waren.

Die Verfüllung musste zugleich tragfähig und später an einer Seite bis zum Fundamentbereich wieder freilegbar sein. Hinzu kam belasteter Aushubboden, für den ein Umgang innerhalb der Baustelle zu klären war.

Problemstellung

Die Kernprobleme

1

Schachtringe lagesicher einbetten

Problem

Die Armaturengruppe stand auf betonverfüllten Schachtringsäulen, die bei der Verfüllung nicht verschoben werden durften.

Lösungsansatz

Einbau und Materialverhalten wurden auf eine gleichmäßige Einbettung abgestimmt.

2

Keine Verdichtung an der Leitung

Problem

Mechanische Verdichtung hätte dynamische Einwirkungen unmittelbar an der Gashochdruckleitung erzeugt. Die Böschungskante war zudem nicht befahrbar.

Lösungsansatz

Die Baufolge nutzt einen Einbau von der Böschungskante aus.

3

Baustraßenlast auf der Verfüllung

Problem

Der fertige Block musste angesetzten Baustellen- und Baustraßenverkehr aufnehmen. Lasten an der Kante sind besonders kritisch.

Lösungsansatz

Die Verkehrs- und Baulasten wurden im Endzustand statisch nachgewiesen.

4

Später einseitig wieder freilegen

Problem

Für Anschlussarbeiten musste die Verfüllung bis zum Fundamentbereich an einer Seite erneut entfernt werden.

Lösungsansatz

Auch der frei stehende Restblock wurde gesondert berechnet.

5

Fest genug und wieder lösbar

Problem

Hohe Festigkeit war für Lastabtrag nötig; ein zu starrer Block wäre für den geplanten Zweitaushub ungeeignet.

Lösungsansatz

Die Rezeptur wurde innerhalb eines funktionsgerechten Festigkeitsfensters entwickelt.

6

Freigelegte Oberfläche schützen

Problem

Witterung konnte die freigelegte Oberfläche austrocknen und oberflächliche Risse hervorrufen.

Lösungsansatz

Prüfung und Witterungsschutz begleiten den Übergang zu den Montagearbeiten.

Bildstrecke

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Inhalt der vollständigen Referenz

9 Abschnitte
  1. Gründung und Ausgangsbedingungen Schachtringsäulen, bindiger Untergrund und Lasten am Baugrubenrand.
  2. Pumpeneinbau und Geotextilbewehrung Lagenweise Herstellung ohne Befahren oder mechanisches Verdichten der Baugrube.
  3. Tragfähigkeitsnachweis im Endzustand FEM-Betrachtung des bewehrten Blocks unter angesetztem Baustraßenverkehr.
  4. Einseitige Freilegung des Restblocks Nachweis des frei stehenden Blocks ohne angesetzte Bewehrungs- oder Säulenstützung.
  5. Rezepturfenster und Wiederlösbarkeit Tragfähigkeit, bodenähnliches Verhalten und spätere Bearbeitbarkeit abstimmen.
  6. Prüfung und Witterungsschutz Penetrometer, Prüfkörper und Schutz der freigelegten Flächen.
  7. Umgang mit belastetem Aushub Örtlichen Boden nutzen und stoffliche Eignung projektbezogen nachweisen.
  8. Übertragbarkeit der Bauweise Tragende Verfüllung und spätere Zugänglichkeit gemeinsam nachweisen.
  9. Fotodokumentation Bilder zu Gründung, Geotextil, Pumpeneinbau, Verfüllung und späterer Freilegung.