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Lern-Referenz · Sonstiges

Leipzig – Fundamentssicherung an der Nikolaikirche

Historisches Mauerwerk unter Schichtenwasser- und Verkehrseinfluss

Eckdaten

Das Projekt auf einen Blick

Bauwerk
historisches Fundament der Nikolaikirche
Aufgabe
Schutz vor Schichtenwasser und dynamischen Einwirkungen
Mauerwerk
Naturstein und Ziegel mit heterogener Geometrie
Bauweise
abschnittsweise im Pilgerschritt
Schutzkörper
RSS-Flüssigboden am Fundament
Dichtheitsziel
kf < 10⁻⁸ m/s
Prüfung
Eigen- und Fremdüberwachung, Penetrationsprüfungen
Randbedingungen
Denkmalschutz und laufender Kirchenbetrieb

Im Fundamentbereich der Nikolaikirche in Leipzig war historisches Mauerwerk dauerhaft durchfeuchtet. Schichtenwasser trug Salze ein und konnte Mörtel und Tragfähigkeit langfristig beeinträchtigen. Die unregelmäßige Geometrie aus Naturstein, Ziegeln, Kellern und Anbauten erschwerte einen einheitlichen Eingriff.

Während der abschnittsweisen Freilegung musste das Bauwerk in jedem Bauzustand standsicher bleiben. Verkehr und Baustellenbetrieb brachten zusätzliche dynamische Einwirkungen in das empfindliche Mauerwerk ein.

Die Lage in der belebten Innenstadt, der laufende Kirchenbetrieb, Denkmalschutz und mögliche archäologische Funde begrenzten Flächen, Taktung und Eingriffe in die historische Substanz.

Problemstellung

Die Kernprobleme

1

Feuchtigkeit im historischen Mauerwerk

Problem

Schichtenwasser und Oberflächenwasser belasten das gewachsene Fundament. Mit der Feuchte gelangen Salze in Fugen und Mörtel.

Lösungsansatz

Der Lösungsansatz verbindet Wasserführung und den Schutz der historischen Substanz.

2

Standsicherheit in jedem Bauzustand

Problem

Anbauten, Keller und uneinheitliche Gründungsbereiche lassen sich nicht wie ein gleichförmiges neues Fundament behandeln. Die Lasten wirken während der Bauarbeiten weiter.

Lösungsansatz

Die Bauzustände werden statisch und mit Blick auf Verformungen betrachtet.

3

Arbeiten in kleinen Abschnitten

Problem

Ein durchgehender offener Aushub am Fundament würde das empfindliche Mauerwerk und den laufenden Betrieb belasten.

Lösungsansatz

Die Baufolge sieht abschnittsweises Arbeiten am Bestand vor.

4

Schichtenwasser am Fundament

Problem

Anstehendes Schichtenwasser beeinflusst Aushub, Einbau und die spätere Feuchteverteilung im Mauerwerk.

Lösungsansatz

Hydrogeologie und Anschlussbereiche werden gemeinsam bewertet.

5

Verträglicher Anschluss an den Bestand

Problem

Naturstein, Ziegel und ältere Mörtel reagieren unterschiedlich auf Feuchte und neue Baustoffe. Ein starrer oder schwindender Anschluss wäre kritisch.

Lösungsansatz

Die Materialanforderungen werden an den historischen Bestand angepasst.

6

Denkmalschutz und Nachweisführung

Problem

Innenstadtlage, Kirchenbetrieb und mögliche archäologische Funde begrenzen die Eingriffe. Die hergestellte Qualität muss trotzdem nachvollziehbar sein.

Lösungsansatz

Einbau und Prüfungen werden dokumentiert und mit den Schutzanforderungen abgestimmt.

Bildstrecke

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Inhalt der vollständigen Referenz

9 Abschnitte
  1. Historisches Mauerwerk und Schadensbild Schichtenwasser, Salztransport und heterogene Fundamente bilden den Ausgangspunkt.
  2. Bauzustände und Standsicherheit Jede Freilegung musste die Tragfähigkeit des historischen Bauwerks erhalten.
  3. Pilgerschritt und Verbau Kurze Aushubabschnitte und Verbauboxen begrenzen Eingriffe am Fundament.
  4. Hydrogeologie und Schichtenwasser Der Wasserweg und die Einbindung in dichte Bodenschichten bestimmen die Schutzwirkung.
  5. Rezepturziele und Anschluss an das Mauerwerk Dichtheit, Steifigkeit, Schwindungsverhalten und Haftreibung müssen zusammenpassen.
  6. Flüssigbodeneinbau am Fundament Verfüllung der freigelegten Abschnitte verbindet Abdichtung und Stützfunktion.
  7. Qualitätssicherung und Denkmalschutz Prüfungen und Dokumentation begleiten Material und Bauzustände.
  8. Übertragbarkeit und Grenzen Der kombinierte Schutzansatz ist für empfindliche Bestandsfundamente relevant.
  9. Fotodokumentation Bildfolge zu Bestand, Pilgerschritt, Bauausführung und Dokumentation am historischen Fundament.