neckarsulm leitungssicherung 001 00 ausgangssituation bestandsmast der 380 kv freileitung ueber dem werksgelaende neckarsulm

Lern-Referenz · Sonstiges

Neckarsulm – Leitungssicherung bei der Erneuerung eines 380-kV-Mastes

Bestandsleitungen unter Kran-, Verkehrs- und Mastlasten

Eckdaten

Das Projekt auf einen Blick

Aufgabe
Sicherung von rund 1.230 m Bestandsleitungen
Freileitung
380 kV
Bestandsleitungen
mehr als 20
Kranlast
600-Tonnen-Kran
Sicherungstiefe
0,9–6,5 m unter Gelände
Bauteile
Gewölbeblöcke, lastverteilende Platten, RSS-Wände
Grundwasser, angetroffen
rund 3,2 m unter Gelände
CO₂-Vorabkalkulation
rund 380 t Einsparung gegenüber konventioneller Variante

Auf einem Werksgelände in Neckarsulm musste ein Mast einer 380-kV-Freileitung erneuert werden. Die provisorische Maststellung, ein Schwerlastkran und der Baustellenverkehr benötigten Flächen unmittelbar über einer dicht belegten Ver- und Entsorgungsinfrastruktur.

Im Baufeld lagen mehr als zwanzig in Betrieb befindliche Leitungen für Gas, Trinkwasser, Abwasser, Telekommunikation und Strom. Ihre Lagen und Überdeckungen unterschieden sich stark; die Bestandsunterlagen waren teilweise unvollständig. Statische Lasten aus Kran und Verkehr sowie dynamische Einträge aus den Mastarbeiten mussten berücksichtigt werden.

Die Leitungen mussten während der Baumaßnahme versorgungssicher und später zugänglich bleiben. Grundwasser, begrenzte Baugrunddaten und der laufende Werksbetrieb erschwerten Eingriffe zusätzlich.

Problemstellung

Die Kernprobleme

1

Viele Leitungen unter Schwerlastflächen

Problem

Kran, Provisorium und Baustellenverkehr mussten Flächen über mehr als zwanzig in Betrieb befindlichen Leitungen nutzen.

Lösungsansatz

Die Schutzform wurde je nach Leitungstiefe und Belastung abgestuft.

2

Statische Last und Schwingung wirken verschieden

Problem

Die Leitungen waren gegen große Auflasten und dynamische Einträge aus den Mastarbeiten zu schützen.

Lösungsansatz

Bauteilgeometrie und Rezeptur wurden für beide Beanspruchungen betrachtet.

3

Unvollständige Bestandspläne

Problem

Leitungsverlauf, Rohrsohle und Material waren aus den vorhandenen Unterlagen nicht überall sicher abzulesen.

Lösungsansatz

Suchschachtungen und eine abschnittsweise Anpassung der Sicherung waren vorgesehen.

4

Grundwasser und Stromkabel

Problem

Ein Teil der Sicherung lag im grundwasserbeeinflussten Boden; Stromkabel brauchten zugleich geeignete thermische Bedingungen.

Lösungsansatz

Wasserhaushalt und Temperaturfeld wurden gesondert modelliert.

5

Freilegung im laufenden Betrieb

Problem

Die Leitungssicherung musste mit kurzen offenen Abschnitten, begrenzten Flächen und weiter laufender Versorgung auskommen.

Lösungsansatz

Der Gewölbeblock wurde in einer getakteten, abschnittsweisen Baufolge geplant.

6

Schutzbauwerk muss zugänglich bleiben

Problem

Eine dauerhaft starre Konstruktion hätte Wartung und Störungszugang zu den gesicherten Leitungen erschwert.

Lösungsansatz

Die Rezepturen zielten auf einen rückverfestigten und wiederaushebbaren Bodenbaustoff.

Bildstrecke

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Inhalt der vollständigen Referenz

9 Abschnitte
  1. Leitungsbestand und Bauzustände Ausgangsdaten, Lastfälle und Umgang mit unvollständiger Bestandsdokumentation.
  2. Abgestuftes Sicherungssystem Gewölbeblock, Platte und RSS-Wand erfüllen unterschiedliche Aufgaben im selben Baufeld.
  3. Statische und dynamische Nachweise FEM-Modelle prüfen Leitungsbeanspruchung, Bauwerksverformung und Mastprovisorium.
  4. Grundwasser und thermische Randbedingungen Hydrogeologisches Modell und Temperaturfeldberechnung ergänzen die Tragwerksplanung.
  5. Rezepturfamilie und Qualitätssicherung Drei bauteilbezogene Rezepturen verbinden Einbaubarkeit, Schutzwirkung und Zugänglichkeit.
  6. Suchschachtung und Gewölbeblock im Pilgerschritt Die Baufolge hält ungesicherte Leitungsabschnitte kurz und erlaubt Anpassungen an den Bestand.
  7. Mischplatz, Wände und lastverteilende Platten Logistik und Baufolge verbinden die unterschiedlichen Schutzbauteile.
  8. Massenbilanz und Umweltvorabschätzung Planmengen und CO₂-Vorabkalkulation werden von tatsächlichen Endwerten getrennt.
  9. Fotodokumentation Planung, Modellierung, Nachweise und weitere Bauzustände in der geschützten Vollversion.