osterath 06 vorbereitung der trasse

Lern-Referenz · Erdkabelbau

Osterath – Pilotkabelstrecke für 380 kV und 110 kV

Untersuchung thermisch stabilisierenden RSS-Flüssigbodens im Vergleich mit konventionellen Bettungsmaterialien

Eckdaten

Das Projekt auf einen Blick

Spannungsebenen
380 kV und 110 kV
Baujahr
2010
Projektart
Forschungs- und Demonstrationsprojekt
Fachplanung Flüssigboden
FBE (damals LOGIC Logistic Engineering GmbH)
Fremdüberwachung / Qualitätssicherung
Forschungsinstitut für Flüssigboden GmbH (FiFB)
Ausgangsmaterial
Lieferböden und örtliche Böden
Wärmeleitfähigkeit – untersuchte Rezepturen
λ ≈ 1,28–2,05 W/mK; Messungen gemäß EN 12667
Druckfestigkeit nach 28 Tagen
ca. 0,09–0,11 N/mm²; Versuche gemäß DIN 18136

In Osterath sollte untersucht werden, welche materialtechnischen Eigenschaften ein Bettungsmaterial für den sicheren Betrieb von Hochspannungskabelsystemen benötigt. Im Mittelpunkt standen Wärmeleitfähigkeit, thermische Stabilität, mechanische Stabilität, Rohrinteraktion, Setzungsverhalten und Langzeitstabilität.

Die Wärmeleitfähigkeit von Sand hängt stark vom Verdichtungsgrad und Feuchtegehalt ab. Bei Austrocknung kann sie erheblich sinken. Nachsacken, Umlagerungen und Hohlräume können die Wärmeabfuhr langfristig verschlechtern.

Ein weiterer Schwerpunkt war die Bedeutung des Wärmeübergangswiderstandes zwischen Kabel und Bettungsmaterial. Der Lambda-Wert allein reicht zur Bewertung einer Kabelbettung nicht aus.

Problemstellung

Die Kernprobleme

1

Wärmeabfuhr der Kabel sichern

Problem

Hochspannungskabel erzeugen im Betrieb Verlustwärme. Die Wärmeleitfähigkeit des Bettungsmaterials und die thermische Stabilität über Temperaturbereiche mussten untersucht werden.

Lösungsansatz

Gemessene Wärmeleitfähigkeit und Bewertung von Homogenität und Feuchteverhältnissen.

2

Wärmeübergang am Rohr bewerten

Problem

Der Wärmeübergangswiderstand zwischen Kabel und Bettungsmaterial kann starke Auswirkungen haben. Der Lambda-Wert allein reicht zur Bewertung nicht aus.

Lösungsansatz

Fließfähiger Einbau für vollständigen Rohrkontakt ohne Ringspalte.

3

Feuchteabhängigkeit der Sandbettung

Problem

Die Wärmeleitfähigkeit von Sand hängt vom Verdichtungsgrad und Feuchtegehalt ab und kann bei Austrocknung erheblich sinken.

Lösungsansatz

Vergleich der Bettungsmaterialien mit Blick auf Rohrkontakt und Feuchteverhältnisse.

4

Setzungen und Hohlräume vermeiden

Problem

Sandbettungen können bei wechselnden Feuchten nachsacken, sich umlagern und Hohlräume bilden. Das kann die Wärmeabfuhr verschlechtern.

Lösungsansatz

Gleichmäßige Rohrlagerung und gezielt eingestellte mechanische Eigenschaften.

5

Materialeigenschaften nachweisen

Problem

Die mechanische Stabilität und die Wärmeleitfähigkeit des eingebauten Bettungsmaterials mussten durch Prüfungen beurteilt werden.

Lösungsansatz

Baustellenüberwachung, Beprobung, Rezepturprüfung und Laborversuche.

6

Örtlichen Aushubboden wiederverwenden

Problem

Der örtliche Bodenaushub sollte innerhalb der Baustelle wiederverwendet werden, um Bodenaustausch, Transporte und Deponiemengen zu reduzieren.

Lösungsansatz

Aufbereitung und rezepturtechnische Einstellung örtlicher Böden.

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Inhalt der vollständigen Referenz

9 Abschnitte
  1. Projektübersicht und Untersuchungsziele Aufbau und Fragestellungen der Pilotkabelstrecke sowie Aufgaben von Fachplanung und Qualitätssicherung.
  2. Ausgangsmaterial und Rezeptur Lieferböden und örtliche Böden als Ausgangsmaterial sowie Aufbereitung und rezepturtechnische Einstellung.
  3. Bauweise und Einbauverfahren Einbringen des RSS-Flüssigbodens und die Funktionen der homogenen Rohrbettung.
  4. Qualitätssicherung und Fremdüberwachung Baustellenüberwachung, Beprobung des eingebauten Materials und begleitende Laborprüfungen.
  5. Mechanische Eigenschaften und geotechnische Bewertung Prüfparameter, Druckfestigkeiten nach 28 Tagen und die geotechnischen Funktionen der Bettung.
  6. Thermische Untersuchungen und Rohrkontakt Gemessene Wärmeleitfähigkeiten und weitere Kriterien zur Bewertung der Wärmeableitung.
  7. Vergleich mit konventionellen Bettungsmaterialien Einfluss von Verdichtung und Feuchte sowie Unterschiede bei Ringspaltbildung und Setzungen.
  8. Umwelt- und Wirtschaftlichkeitsbewertung Bodenwiederverwendung, bodenschutzrechtliche Bedingungen und Auswirkungen auf Transport und Baustellenlogistik.
  9. Fotodokumentation Pläne, Versuchsaufbau, Baustellenfotos und Auswertungen zur Pilotkabelstrecke und zum Vergleich der Bettungsmaterialien.