Unter den Gleisen 22 und 23 des Leipziger Hauptbahnhofs liegt ein historischer, nie fertiggestellter Tunnel. Zwei Bombentreffer hatten Decken- und Pfeilerbereiche beschädigt; im Gleisbett und am Bahnsteig waren Setzungen zu berücksichtigen.
Wasser drang in den teilweise unzugänglichen Tunnel ein. Beton und Bewehrung korrodierten, während über dem Bauwerk der Zugverkehr weiterlief. Hohlräume, Restquerschnitte und wassergefüllte Bereiche erschwerten die Sicherung.
Das denkmalgeschützte Bauwerk sollte später grundsätzlich wieder freigelegt werden können. Gleichzeitig durfte unter dynamischen Bahnlasten kein starres Schwingungssystem entstehen. Die Arbeiten mussten zudem in begrenzte Sperrzeiten und eine enge Gleislogistik passen.