leipzig hbf 003 02 ausgangssituaiton mit betonkorrosion und schuettkegeln

Lern-Referenz · Bahnbau

Leipzig – Hohlraumverfüllung eines historischen Tunnels am Hauptbahnhof

Geschädigter Tunnel unter aktiv genutzten Gleisen

Eckdaten

Das Projekt auf einen Blick

Lage
zwischen Gleis 22 und 23
Geplante Verfüllstrecke
rund 569,50 m
Tunnelabschnitte
Bereiche I bis III, Bombentreffer und Rampe
Abschnitt III
rund 208 m
Einfahrtsrampe
133 m
Verfüllkonzept
Schwerkraftverfüllung und Druckverpressung
Rezepturziel Ausbreitmaß
52 ± 2 cm
Rezepturziel Absetzmaß
unter 1 %

Unter den Gleisen 22 und 23 des Leipziger Hauptbahnhofs liegt ein historischer, nie fertiggestellter Tunnel. Zwei Bombentreffer hatten Decken- und Pfeilerbereiche beschädigt; im Gleisbett und am Bahnsteig waren Setzungen zu berücksichtigen.

Wasser drang in den teilweise unzugänglichen Tunnel ein. Beton und Bewehrung korrodierten, während über dem Bauwerk der Zugverkehr weiterlief. Hohlräume, Restquerschnitte und wassergefüllte Bereiche erschwerten die Sicherung.

Das denkmalgeschützte Bauwerk sollte später grundsätzlich wieder freigelegt werden können. Gleichzeitig durfte unter dynamischen Bahnlasten kein starres Schwingungssystem entstehen. Die Arbeiten mussten zudem in begrenzte Sperrzeiten und eine enge Gleislogistik passen.

Problemstellung

Die Kernprobleme

1

Geschädigter Tunnel unter den Gleisen

Problem

Bombentreffer, Setzungen, Wasserzutritt und Korrosion gefährdeten das historische Bauwerk und die darüberliegende Infrastruktur.

Lösungsansatz

Die Sicherung musste den Zustand der einzelnen Tunnelbereiche und Schadstellen berücksichtigen.

2

Denkmalschutz und Bahnlasten

Problem

Der Tunnel sollte später grundsätzlich freilegbar bleiben, zugleich wirkten dynamische Lasten aus dem Zugverkehr.

Lösungsansatz

Die Materialeigenschaften wurden auf Tragfähigkeit, Restelastizität und Wiederlösbarkeit abgestimmt.

3

Schwer erreichbare Hohlräume

Problem

Pfeilerbereiche und obere Restquerschnitte waren über eine einfache Verfüllung nicht verlässlich zu erreichen.

Lösungsansatz

Ein zweistufiger Einbau verband Schwerkraftverfüllung und kontrollierte Druckverpressung.

4

Wasser im Tunnel

Problem

Teile des Bauwerks waren wassergefüllt und ein vollständiges Trockenlegen war nicht vorgesehen.

Lösungsansatz

Einbauverfahren und Rezeptur wurden für wasserbeeinflusste Abschnitte geplant.

5

Bombentreffer und Gleisbett

Problem

Die Schadstellen und oberflächennahen Bereiche brauchten höhere Tragfähigkeit als die wiederlösbare Tunnelverfüllung.

Lösungsansatz

Für Bombentreffer, Rampe und Gleisbett wurde eine eigene tragfähigere Rezeptur vorgesehen.

6

Belastete Böden und enge Sperrzeit

Problem

Geeignete belastete Ausgangsböden sollten genutzt werden, während die Arbeiten in ein begrenztes Zeitfenster passten.

Lösungsansatz

Rezeptur, Umweltverträglichkeitsnachweise und eine abgestimmte Misch- und Pumpenlogistik waren erforderlich.

Bildstrecke

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Inhalt der vollständigen Referenz

10 Abschnitte
  1. Schadensbild und Sicherungsbedarf Bombentreffer, Wasser und Korrosion bedrohten das historische Bauwerk unter den Gleisen.
  2. Denkmalschutz und dynamische Lasten Warum die Verfüllung tragfähig, restelastisch und wiederlösbar sein musste.
  3. Abschnitts- und Bohrlochplanung Tunnelbereiche, Bombentreffer und Rampe wurden mit eigenen Einbaufolgen geplant.
  4. Rezepturen für Tunnel und Gleisbereiche Unterschiedliche Zielwerte für wiederlösbare Verfüllung und tragfähige Zonen.
  5. Schwerkraftverfüllung und Druckverpressung Der zweistufige Einbau schloss auch die oberen Tunnelhohlräume.
  6. Wasser und hydrogeologisches Modell Einbau in wassergefüllten Bereichen und modellierte Wirkung auf den Grundwasserspiegel.
  7. Kontrolle der Hohlraumfreiheit Videoskop, Entlüftungsbohrungen und Materialaustritt als Nachweise.
  8. Bombentreffer, Rampe und Gleisbett Tragfähigere Zonen sichern die geschädigten und oberflächennahen Bereiche.
  9. Logistik, Bodenwiederverwendung und Grenzen Mischtechnik, Sperrzeitplanung und Bedingungen für belastete Ausgangsböden.
  10. Fotodokumentation Tunnelzustand, Fachplanungsfolien, Baustellenablauf und Qualitätskontrollen.

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