dresden fernwaerme 04 gelaeden mit hanglangen

Lern-Referenz · Fernwärme · Teil der Schulung Technologie Fernwärme & Umgang Kontaminationen 06/27

Dresden – Fernwärmetrasse im bewaldeten Steilhang

KMR-Fernwärmeleitung bei Längsneigungen von mehr als 20° und beengten Arbeitsflächen

Eckdaten

Das Projekt auf einen Blick

Ort
Dresden
Längsneigung
mehr als 20°
Leitungssystem
Kunststoffmantelrohr-System (KMR)
Gelände
Bewaldeter Steilhang
Baugrund
Durchwurzelter örtlicher Boden
Ausgangsmaterial Flüssigboden
Örtlich anstehender Boden
Einbauprinzip
Abschnittsweise Verfüllung mit Querriegeln und Haltebänken
Witterung
Winterbau bei Frost und Sommerbau bei hohen Temperaturen

In Dresden war eine Fernwärmetrasse in bergigem, bewaldetem Gelände zu errichten. Die Leitungsgräben im Steilhang weisen über längere Abschnitte Längsneigungen von mehr als 20° auf. Ein Kunststoffmantelrohr-System (KMR) sollte in einem schmalen, tief geführten Graben verlegt werden.

Verfüllmaterial und Leitung mussten im Gefälle lagestabil bleiben. Unmittelbar angrenzender Baumbestand, durchwurzelter Boden, fehlende oder sehr schmale Baustraßen und geringe Arbeitsflächen erschwerten den Bau. Die Ausführung musste sowohl bei Frost als auch bei hohen Sommertemperaturen möglich sein.

Für die Fernwärmeleitung waren Wärmeabfuhr, thermische Längsdehnung, Schutz des Kunststoffmantels und spätere Wiederaufgrabbarkeit zu berücksichtigen. Zugleich sollten Baumbestand und Leitungszone vor Wurzeleinwuchs geschützt werden.

Problemstellung

Die Kernprobleme

1

Fließfähiges Material im Gefälle halten

Problem

Der Graben verläuft über längere Abschnitte mit mehr als 20° Längsneigung. Verfüllmaterial und Leitung müssen im Hang lagestabil bleiben.

Lösungsansatz

Querriegel, Haltebänke und abschnittsweise Verfüllung von unten nach oben.

2

Ohne Baustraße und mit wenig Arbeitsfläche bauen

Problem

Entlang der bewaldeten Trasse fehlen Baustraßen oder sie sind sehr schmal. Für Verdichtungsgeräte und Lagerflächen steht wenig Raum zur Verfügung.

Lösungsansatz

Materialförderung über eine Pumpleitung und Einbau ohne lagenweise Verdichtung.

3

Thermische Längsdehnung der Leitung zulassen

Problem

Die KMR-Fernwärmeleitung benötigt eine sichere Lagerung, ohne die thermische Längsdehnung zu behindern oder den Kunststoffmantel zu beschädigen.

Lösungsansatz

Definierte Mantelreibung mit nach oben begrenzter Wirkung.

4

Wärme abführen und Wurzeln fernhalten

Problem

Die Bettung muss die Wärmeabfuhr der Fernwärmeleitung sichern. Im bewaldeten Gelände soll kein Wurzeleinwuchs in die Leitungszone erfolgen.

Lösungsansatz

Hohlraumfreie Rohrbettung und wurzeldichte Materialeinstellung.

5

Bei Frost und Sommerhitze einbauen

Problem

Die Bauausführung erfolgte unter wechselnden Witterungsbedingungen, sowohl bei Frost als auch bei hohen Temperaturen.

Lösungsansatz

Rezepturanpassung von Pumpbarkeit, Thixotropie und Rückverfestigung.

6

Örtlichen Boden wiederverwenden

Problem

Aushub und Primärmaterial müssten im Steilhang ohne breite Baustraße aufwendig ab- und angeliefert werden.

Lösungsansatz

Aufbereitung des örtlichen Bodens als zeitweise fließfähiger Verfüllbaustoff.

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Inhalt der vollständigen Referenz

9 Abschnitte
  1. Projektlage und baubetriebliche Randbedingungen Steilhang, Waldbestand, schmale Arbeitsflächen und wechselnde Witterung als Ausgangslage.
  2. Örtlicher Boden und Materialeinstellung Wiederverwendung des Aushubs als zeitweise fließfähiger Verfüllbaustoff.
  3. Abschnittsweiser Einbau im Steilhang Querriegel, Haltebänke und Verfüllfolge von unten nach oben.
  4. KMR-Leitung: Lagerung, Mantelreibung und Längsdehnung Abstimmung von Lagesicherheit, Mantelreibung, Kunststoffmantelschutz und Wiederaufgrabbarkeit.
  5. Wärmeableitung, Rohrkontakt und Wurzelschutz Hohlraumfreie Bettung, thermische Funktion und wurzeldichte Einstellung im Waldbereich.
  6. Bauausführung bei Frost und hohen Temperaturen Rezepturanpassung und Bauablauf unter winterlichen und sommerlichen Bedingungen.
  7. Baubetriebliche und wirtschaftliche Bewertung Transport, Grabenbreite, Verdichtungsarbeiten und Baustellenlogistik im Steilhang.
  8. Bodenwiederverwendung und Gesamtbewertung Ressourcenschonung, bodenschutzrechtliche Bedingungen und übertragbare Anwendungsfälle.
  9. Fotodokumentation Gelände, Baustelleneinrichtung, Verlegung, Verfüllung und winterliche Arbeiten entlang der Fernwärmetrasse.
Seminar 15. – 16. Juni 2027 · Leipzig

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Termine

  • 15.06.2027
  • 16.06.2027

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Technologie Fernwärme & Umgang Kontaminationen 06/27

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